Gesicht der Nacht

Tanzabend von Frank Fannar Pedersen und Stephan Thoss

Gastspiel des Nationaltheaters Mannheim Tanz

Sie führen ein merkwürdiges Eigenleben, die Bilder in unseren nächtlichen Träumen. Wirklichkeit, Phantastisches und Unterbewusstes verschmelzen zu rätselhaften Erscheinungen, die nach dem Erwachen manchmal sehr schnell verfliegen, hin und wieder aber auch im Kopf hängen bleiben. Manchem dienen sie als Impuls für kreative Auseinandersetzung. Wie etwa dem Choreografen Stephan Thoss, der nun mit seiner neuen Kompanie Nationaltheater Mannheim Tanz nach Heilbronn kommt. »Gesicht der Nacht« ist dieser zweiteilige Abend überschrieben. In Thoss' »Nightbook« bekommt eine Schriftstellerin von ihren eigenen, zum Teil noch unvollendeten, Charakteren nächtlichen Besuch. All die unfertigen Figuren entwickeln ein Eigenleben, melden sich zu Wort und konfrontieren die Schriftstellerin mit selbständigen Ideen. Inspiration für den Choreografen war ein großer Magier des Rätselhaften: der belgische Surrealist René Magritte. »Seit mir die Bilder von René Magritte begegnet sind, haben sie mein choreografisches Denken, das Bewegung als primäres Ausdrucksmittel sah, auf eine wunderbar geheimnisvolle Weise beeinflusst. Geheimnisvoll, weil ich nicht sagen kann, was es genau ist und wie sich die Ideen seiner Bildersprache in meine Arbeit bereichernd einschlichen, sind doch unsere handwerklichen Mittel so verschieden«, sagt Stephan Thoss. Angeregt von Magrittes Bildern, wo surreale Impulse und eigenwillige Situationen mit greifbaren Charakteren und Phantasien zwischen Traum und Wirklichkeit abwechseln, begibt sich Stephan Thoss auf die Suche nach dem Sinn im Irrsinn.

Er hat den isländischen Tänzer und Choreografen Frank Fannar Pedersen eingeladen, zu diesem spannungsvollen Thema eine Kreation mit dem NTM Tanz zu erarbeiten. Der Tänzer des Ballett Basel, ausgezeichnet von der Zeitschrift tanz als »Hoffnungsträger des Tanzes 2015«, hat schon eine Reihe vielbeachteter Choreografien entwickelt. Das Heilbronner Publikum kennt und schätzt nicht nur Stephan Thoss, der mit seiner Wiesbadener Kompanie häufig in Heilbronn zu Gast war und dessen Arbeit die Zuschauer über viele Jahre mit großer Begeisterung verfolgt haben. Es kennt auch Frank Fannar Pederson, diesen charismatischen Tänzer, der in Thoss‘ Arbeiten als Solist zu sehen war und von seiner expressiven, hochenergetischen choreografischen Handschrift beeinflusst ist. Gemeinsam forschen sie, was tief in unserem Unterbewusstsein verborgen ist und sich nur zeigt, wenn wir im Schlaf die Herrschaft über unsere Gedanken verlieren.

Musik von Jóhann Jóhannsson, Sigur Rós, Dmitri Schostakowitsch, Wojciech Kilar, Ludovico Einaudi, J. S. Bach, James Brown, u.a.

choreografie, bühne, kostüme

Frank Fannar Pedersen / Stephan Thoss


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