Pinocchio

Märchen nach Carlo Collodi

Der Holzschnitzer Gepetto hat ein merkwürdiges Stück Holz geschenkt bekommen. Es kann sprechen! Er schnitzt sich daraus eine Holzpuppe, die sofort losplappert und neugierig in der Gegend herumschaut, kaum dass Mund und Augen fertig sind. Der Holzschnitzer nennt sie Pinocchio und ist überglücklich, nun nicht mehr allein leben zu müssen. Pinocchio soll wie ein eigener Sohn für ihn sein und als solcher muss er natürlich erst einmal etwas lernen. Also kauft Gepetto dem noch unerfahrenen Bürschchen von seinem letzten Geld eine Fibel, damit er zur Schule gehen kann. Doch Pinocchio ist ein munteres Kerlchen, das lieber gleich neugierig die Welt erkunden will als brav den Anweisungen der Erwachsenen zu folgen. Zu dumm nur, dass man ihn bei seinen Flunkereien immer gleich ertappt, weil seine Nase mit jeder Schwindelei ein Stückchen länger wird. Kaum kann er auf seinen Holzbeinen stehen, läuft er davon und stürzt sich ins Abenteuer: Pinocchio kommt an einem Puppentheater vorbei und wird magisch davon angezogen. Er trifft zwei zwielichtige Gestalten, Fuchs und Kater, die ihn über’s Ohr hauen wollen, kommt ins Spielzeugland, wo er in einen Esel verwandelt wird und landet schließlich im Bauch eines Wals. Zum Glück hat eine gute Fee ein Auge auf ihn geworfen und rettet ihn aus so manch brenzliger Situation. Pinocchio muss ihr versprechen, zu Gepetto zurückzukehren, der sich Sorgen macht. Dann erfüllt sich am Ende vielleicht sein größter Wunsch!

Carlo Collodi schuf seinen hölzernen Helden 1881 für eine Fortsetzungsgeschichte in einer neuen Kinderzeitschrift. Diese wurde so erfolgreich, dass er 1883 ein Buch daraus machte, das heute noch jedes Kind kennt und liebt. »Pinocchio« ist eines der beliebtesten und das am häufigsten neu illustrierte Kinderbuch der Weltliteratur. Die Geschichte zeichnet im Grunde das Heranwachsen eines jeden Kindes nach, das sich mehr und mehr seines eigenen Willens bewusst wird, Grenzen austestet und überschreitet. Auch das Schwindeln gehört zum Sozialisierungsprozess der kleinen Mädchen und Jungen dazu. Aber in allererster Linie ist »Pinocchio« ein vor phantasievollen Einfällen nur so sprudelndes Märchen, das davon erzählt, wie Träume für Kinder und auch für Erwachsene in Erfüllung gehen.


Auch diese Inszenierungen könnten Sie interessieren:

  • 25.09.2017
  • Lauf, du Sau
  • Eröffnung der Themenwoche zu »Running«