Der Junge mit dem längsten Schatten

Schauspiel von Finegan Kruckemeyer

ab 10 Jahren

Adam und Atticus sind eineiige Zwillinge und trotzdem so verschieden, wie es unterschiedlicher kaum geht. Adam, der ältere, erblickte am 31. Dezember 1999 genau 60 Sekunden vor Mitternacht das Licht der Welt, Atticus am 1. Januar 2000 genau 60 Sekunden nach Mitternacht. Zwei Minuten, die bewirken, dass die Zwillinge in verschiedenen Jahrtausenden geboren wurden. Adam ist sportlich, hat eine Menge Freunde, baut Schlachtschiffe aus Lego, und die Mädchen stehen auf ihn. Atticus ist meistens allein und faltet Origami-Tiere. Oder er ist in der Bibliothek und diskutiert mit der Bibliothekarin über Kochrezepte. Beide hängen nie miteinander herum. Atticus wünscht sich, so zu sein wie Adam – ein Macher und einfach cool. Dann würde er vielleicht auch in der Schule nicht mehr von Mike Tanner und den anderen Jungs gemobbt werden. Dass Atticus klug ist, auf jede Frage der Lehrer eine Antwort weiß und sich für alte Kulturen interessiert, bringt ihm leider bei seinen Mitschülern keine Pluspunkte. Eins versteht Atticus nicht. Sein Bruder Adam wirft immer den längeren Schatten, egal, wie die Sonne auch steht. An seinem 12. Geburtstag entscheidet Atticus, sein Leben zu ändern und so zu werden wie sein Bruder um endlich aus dessen Schatten herauszutreten. Verschiedene Versuche, ein lässiger Typ zu sein, müssen scheitern. Schließlich ist wohl klar: Das Geheimnis des Glücks besteht darin, sich selbst so zu nehmen, wie man ist. Finegan Kruckemeyer hat  ein ebenso amüsantes wie tiefgründiges Stück geschrieben. Mit leichter Hand beschreibt er darin die Suche Heranwachsender nach ihrer eigenen Identität.


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